Autoren des Monats

Die folgenden Interviews entstanden im Rahmen unseres Social-Media-Formats „Autor des Monats“

Juli 2026

Heute möchten wir euch Enrico Senftleben vorstellen. Mit seiner dreiteiligen Biografie „Sonne im Staub“ nimmt er seine Leser mit zu den 996 Tagen Außeneinsatz bei der Bundeswehr, ehe er 2017 mit einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung aus dem aktiven Dienst ausschied. Wir sind dankbar, dass wir diese bewegte Reise mit Covern für Ebook, Hardcover und Hörbuch begleiten durften.

MM: Wann kam dir zum ersten Mal der Gedanke, deine Erlebnisse niederzuschreiben und später sogar zu veröffentlichen?

Enrico: Vor dem letzten langen Einsatz in Afghanistan (mehr als 1 Jahr am Stück) wollte ich einen Weg finden um meine Familie (ohne das Risiko bei Telefonaten in die Heimat abgehört zu werden) an meinem Alltag im Einsatz teilhaben zu lassen. So kam die Idee, täglich mindestens eine Seite nach Hause zu schreiben.

Erst 2020, als ich das Manuskript auf meiner Festplatte wiedersah, kam der Entschluss, es für die Öffentlichkeit aufzubereiten. Allerdings war ich tatsächlich auch kurz davor, es einfach zu löschen. Die damit verbundenen Belastungen und Erlebnisse zu verdrängen. Ich bin froh, es nicht getan zu haben!

MM: Du teilst auch sehr persönliche Eindrücke aus deiner Zeit bei der Bundeswehr. Was waren deine größten Bedenken vor der Veröffentlichung?

Enrico: Meine größten Bedenken bezogen sich auf die militärische Geheimhaltung. Ich musste einen Weg finden, nur das zu veröffentlichen, was offensichtlich keiner Geheimhaltung mehr unterliegt. Dazu habe ich dann einmal vom Bundesministerium für Verteidigung und vom militärischen Abschirmdienst das Manuskript überprüfen lassen. Das hat viel Zeit im Prozess der Veröffentlichung gekostet, war mir aber verständlicherweise sehr wichtig.

MM: Warum hast du dich für’s Selfpublishing entschieden?

Enrico: Ich wollte keinen Verlag für mich, da mir die Freiheit, Cover und Texte so zu veröffentlichen, wie es mir wichtig war, ohne Eingriffe von Dritten. Authentizität ist für meine Trilogie enorm wichtig. Nur wenn man glaubwürdig ist, seinen eigenen Stil behalten darf, kann man eine tiefgreifende Botschaft vermitteln.

MM: Hat das Niederschreiben und Vertonen deiner Erlebnisse sich auf deine komplexe PTBS ausgewirkt?

Enrico: Das Schreiben hat viel Kraft und Zeit gekostet, da ich Vieles wieder hoch geholt habe, was die PtBS ausgelöst hatte.  Das Schreiben hat für mich etwas aus der Tiefe der Erkrankung heraus genommen. Dem Kopf Gelegenheit gegeben, wenigstens einen kleinen Teil der vielfältigen Traumatisierung zu bearbeiten. Ein Puzzle im Großen Bild und doch wichtig.

MM: Welche Frage sollte Veteranen oder generell Menschen mit traumatischen Erlebnissen viel häufiger gestellt werden?

Enrico: Leider werden psychologische Erkrankungen immer noch sehr bedeckt betrachtet. Zumindest im eigenen Umfeld und der Öffentlichkeit. Oft wissen die Angehörigen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Die Scham der Betroffenen führt dann eben oft dazu, dass Schweigen von beiden Seiten die Lösung scheint. Aber wirklich helfen geht nur durch ehrliche Unterstützung. Durch Hinsehen und aktiv da sein. Die Frage: „Wie geht’s dir?“ sollte niemals ein „Alles gut“ oder akzeptieren. Lieber zweimal gezielt fragen, damit Betroffene das deutliche Gefühl bekommen, dass da gerade jemand ist, den es wirklich interessiert. Der auch bereit ist, nicht nur über das schöne Wetter zu reden. Wenn man dann noch richtig zuhören kann, hat man schon viel getan, ohne dass „gute Ratschläge “ nötig wären.

MM: Wenn du mit dem heutigen Wissen noch einmal neu mit dem Schreiben und Veröffentlichen starten könntest, was würdest du anders machen?

Enrico:  Ich würde mich heute zwingen, etwas geduldiger zu sein. Den Prozess bis zum fertigen Buch reifen zu lassen. Ich hatte zum Beispiel das erste Cover selbst gemacht. Ein Foto aus dem Einsatz und fertig. War eine sehr schlechte Idee! Die 50 Exemplare dieser Erstauflage werden hoffentlich trotzdem einmal Sammlerwert bekommen 😉.

Nein ganz ehrlich: Lieber akzeptieren, dass man nicht alles selbst machen muss, dass es Profis wie euch gibt! Denn dieser Feinschliff macht am Ende den Unterschied. Ob das Buch im Regal liegen bleibt oder Menschen findet, die es wenigstens einmal in die Hand nehmen, bei denen es Interesse weckt und sie nicht weiter scrollen. Sie kaufen es am Ende sicher nicht wegen dem Cover, aber sie hätten es mit meinem schlechten Cover nicht in die Hand genommen.

MM: Lieber Enrico, danke für deine Antworten und deine Zeit! Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg und Freude am Schreiben!

Enrico: Vielen Dank, dass ich an dem Interview teilnehmen durfte!

Mai 2026

Zehn Fragen an Dominik A. Meier – regelmäßiger Bestseller-Autor in der deutschen Science Fiction Szene.
 Hallo Dominik, schön, dass du dir die Zeit für uns nimmst. Mittlerweile kann man guten Gewissens behaupten, dass du zu den großen Namen in der deutschen Science Fiction Szene gehörst. Deine Titel tauchen regelmäßig und gleich mehrfach in den großen Amazon Sci-Fi Kategorien auf. Kurz: Du lebst vom Schreiben.


MM: Was ist der größte Wermutstropfen für dich als Vollzeit-Autor? Was der größte Vorteil?

Dominik: Der größte Wermutstropfen ist sicherlich, dass man die Leichtigkeit verliert, die das Hobby-Schreiben mit sich bringt. Als ich vor vielen Jahren angefangen habe, als Hobby für mich selbst zu schreiben, habe ich drauf los getippt und gemacht, was mir gefallen hat. Diese Leichtigkeit habe ich mittlerweile eingebüßt, weil ich eben nicht mehr nur für mich schreibe, sondern für Leser, die eine gewisse Qualität und Standards bei dem Produkt erwarten, das sie kaufen. Auch das macht Spaß, aber es ist jetzt eben ein Beruf, und der zwingt zur Professionalität. Der größte Vorteil ist trotzdem, dass ich vom Schreiben leben kann und frei über meine Arbeit und Zeit verfüge. Ich arbeite in meinem Traumberuf und das wollte ich gegen nichts auf der Welt eintauschen.

MM: Welches ist dein Lieblingstitel aus deiner eigenen Feder und warum?

Dominik: Eine ganz schwierige Frage, weil jedes Buch eine eigene Seele hat und Dinge, auf die ich besonders stolz bin. Mal passt die Atmosphäre richtig gut, mal der Stil, mal die Charaktere. Müsste ich mich aber festlegen, würde ich mich für ‚Anima‘ entscheiden, weil das Buch von Anfang bis Ende ein echtes Herzensprojekt war, auf das ich lange hingefiebert habe und bei dem ich mich richtig austoben konnte.

MM: War es eine bewusste Entscheidung Vollzeit-Autor zu werden, oder ist es einfach so passiert?

Dominik: Es war eine bewusste Entscheidung, es zu versuchen. Ich wollte nicht irgendwann alt werden und mich darüber ärgern, es nicht versucht zu haben.


MM: Was würdest du heute anders machen, wenn du wieder bei Null anfangen müsstest?

Dominik: Ich würde ganz, ganz viele Fehler am Anfang vermeiden und viele bittere Lektionen umschiffen, aber im Großen und Ganzen würde ich vieles genauso machen, was meine Ideen und Bücher angeht.

MM: Wie viel deiner Arbeitszeit geht ins Schreiben, wie viel in Organisation, Marketing und Buchhaltung?

Dominik: Das ist ganz unterschiedlich. Ich mache das nicht so sehr an zeitlichen Kontingenten fest, sondern vielmehr an Dingen, die erledigt werden müssen. Konkret heißt das für mich: Montag bis Freitag je ein Kapitel pro Tag schreiben. Das ist das absolute Minimum, das ich auch dann aufarbeite, wenn ich aus irgendwelchen Gründen nicht dazu komme. Wenn ich für ein Kapitel vier Stunden brauche, sind es vier, wenn es acht werden, sind es acht. In der Regel komme ich meistens auf 30-35 Stunden reine Schreibzeit pro Woche, und wenn ein Tag wegen irgendetwas ausfällt, hole ich ihn abends oder am Wochenende nach. Organisation, Marketing, Buchhaltung, etc. fallen unterschiedlich an, aber müsste ich es auf eine wöchentliche Arbeitszeit runterbrechen, komme ich da auch gut und gern nochmal auf fünf bis zehn Stunden im durchschnitt. Ich habe schon Wochen mit 20 Stunden Arbeitszeit gehabt, aber auch welche mit 70 und mehr.

MM: Welche Eigenschaften braucht es deiner Meinung nach, um als Selfpublisher erfolgreich zu sein?

Dominik: Sitzfleisch und Disziplin. Dass man gleich am Anfang Erfolg hat, ist ausgesprochen unwahrscheinlich. Die Regel für viele Kollegen ist, dass man einige Jahre lang in Vorleistung geht und sich Stück für Stück eine Leserschaft aufbaut, ohne absehen zu können, wann sich der breite Erfolg einstellt. In dieser Zeit muss man unentwegt Zeit und Geld investieren, damit das eigene Produkt dieselben Standards aufweist wie die Bücher der erfolgreichen Kollegen, denn nur dann ist es überhaupt konkurrenzfähig. Viele blenden das mit Verweis darauf aus, dass es nur um die Geschichte gehen solle. Tut es nicht. Auch im Restaurant will man ein ansehnliches Gericht auf dem Teller; man darf Literatur nicht durch eine kitschige Brille betrachten. Wenn man Erfolg haben möchte, ist man Solo-Selbstständiger und Unternehmer im Unterhaltungsgeschäft.

MM: Wie viel des Erfolgs würdest du als Glück und wie viel als harte Arbeit werten?

Dominik: Wenn ich angehende Autoren coache, beschreibe ich es immer so: Man hat beim Schreiben eines Buchs ein großes, großes Mischpult vor sich, bei dem man an ganz vielen Reglern drehen kann. Es muss nicht alles jederzeit perfekt eingestellt sein, aber wenn am Schluss das finale Produkt passt, dann passt es. So ist es auch beim Schreiben. Niemand kann in jeder handwerklichen Disziplin immer Spitze sein, aber das Endprodukt muss in seiner Gesamtheit passen, erst dann ist es konkurrenzfähig. Und wenn man wieder und wieder diese Qualität abliefert, kommt man irgendwann in den Bereich, in dem Glück überhaupt eine Rolle spielt. Also ja, Glück spielt eine Rolle, eine große sogar, aber auch nur dann, wenn die Rahmenbedingungen passen, und das ist meist harte Arbeit über einen langen Zeitraum hinweg.

MM: Wie lange schreibst du schon und seit wann kannst du ohne Existenzängste vom Schreiben leben?

Dominik: Ich habe im August 2018 mein erstes Buch veröffentlicht und bin seit Ende 2021 an einem Punkt, an dem ich von meiner Arbeit leben kann. Hätte ich keine Familie und würde ich mich von Kartoffeln und Reis ernähren, hätte ich vermutlich schon Ende 2020 davon leben können. 😉

MM: Gab es einen speziellen Punkt in deiner Karriere an dem dir bewusst wurde, dass du es geschafft hast? Wenn ja welchen?

Dominik: An dem Punkt bin ich nicht und an diesen Punkt will ich auch nicht kommen. Man darf es sich nicht gemütlich machen, und ich glaube, man sollte den eigenen Erfolg nie für gegeben betrachten.


MM: Was würdest du Autoren mit auf den Weg geben, die noch ganz am Anfang stehen?

Dominik: Weitermachen und nicht entmutigen lassen. So gut wie alle Autoren waren mal da, wo ihr jetzt seid, und es gibt weder Abkürzungen noch geheime Tricks.

MM: Wie hat sich der Buchmarkt verändert, seit du angefangen hast? Denkst du, dass dein Weg, der dich bis hierhergebracht hat heute noch funktionieren würde?

Dominik: Nein, das würde er nicht, leider. Der heutige Buchmarkt wird von degenerativem KI-Slop überflutet, was es für neue Autoren ungleich schwieriger macht, sich eine Leserschaft aufzubauen und aus der Masse herauszustechen. Viele Leser sind verunsichert, wer noch ein richtiger Autor und wer schon ein KI-Agent ist, und gerade neue Autoren ohne entsprechendes Standing haben es da wahnsinnig schwer. Ich wüsste nicht, ob ich es unter diesen Umständen noch einmal schaffen würde, aber ich bin davon überzeugt, dass es auch dafür Lösungen gibt.

April 2026

Wir möchten Euch heute den ehrenwerten Herrn des Ghulwalds vorstellen: Tobias Krampitz.
Tobi schreibt darkeste Dark Fantasy und das schon eine ganze Weile lang. Wir durften ihn bei Lektorat, Gestaltung der Cover und mit einer Fantasykarte begleiten. Heute sitzt er bei uns auf der Folterbank und wird mit Fragen gelöchert.

MM: Welcher Aspekt am Selfpublishing gefällt dir als Autor am besten, welcher verlangt dir am meisten ab.

Tobi: Am besten gefällt mir natürlich, dass ich über alles die Kontrolle habe und jede wichtige Entscheidung letztendlich bei mir liegt. Das ist allerdings auch der anstrengend, weil hin und wieder würde ich gerne ein wenig Verantwortung abgeben können. Am meisten verlangt mir tatsächlich die Schwierigkeit ab, mich selbst disziplinieren zu müssen. Das gilt sowohl für den Schreibprozess, aber auch für alles andere, was zum Autorendasein dazu gehört.

MM: Du hast kürzlich den 5. Band deiner Reihe, die Ghulwald-Chroniken veröffentlicht. Gibt es etwas das du heute anders machen würdest, wenn du auf die Veröffentlichung der vorigen Bände zurückblickst.

Tobi: Natürlich gibt es viele Kleinigkeiten, auf die ich am liebsten direkt verzichtet hätte, aber letztendlich muss jeder Autor seinen eigenen Weg gehen und seine eigenen Erfahrungen sammeln. Meines Erachtens spielt ohnehin der Faktor Zufall die größte Rolle. Ich habe zur richtigen Zeit, die richtigen Leute kennengelernt. Selten hat es sich hierbei um eine bewusste Entscheidung gehandelt, die ich hierbei getroffen habe. Ich wüsste dementsprechend nicht, was ich anders machen könnte, wenn ich nochmal von vorne anfangen müsste.

MM: Was war das frustrierendste Erlebnis für dich als Autor?

Tobi: Die traurige Erkenntnis, dass sich nicht jeder für meine Bücher begeistern kann. Wenn ich meine Bücher auf Messen darbiete, Messebesucher sich den Klappentext durchlesen und das Buch wieder weglegen und einfach weggehen, ist immer eine sehr deprimierende Angelegenheit.

MM: Haben deine Bücher deinen Alltag auch abseits des Schreibens geprägt, wenn ja wie?

Tobi: Ich habe das Glück, dass mein Umfeld sehr positiv auf meine Bücher reagiert. Nicht jeder liest meine Geschichten, aber ich erhalte Durchweg Feedback, das mein Selbstbewusstsein als Autor in die Höhe schießen lässt. Darüber hinaus gönnen mir meine Ideen und Fantasien nur selten Ruhe, ständig heckt mein kreatives Gehirn neue Scheußlichkeiten aus, mit denen ich meine Leser quälen kann.

MM: Welchen Ratschlag würdest du Autoren und Autorinnen mit auf den Weg geben, die ihre erste Veröffentlichung noch vor sich haben?

Tobi: Wie schon meine geliebte Lektorin Gabi so treffend sagte: Vernetzt euch! Ihr seid keine Einzelkämpfer, die mit allem alleine klarkommen müssen. Sucht euch gleichgesinnte. Lest die Bücher eurer Kollegen und schreibt ihnen, wenn ihr sie geil findet. Das schafft Nähe auch untereinander, die wenigstens Autorenkollegen werden euch beißen. Lernt voneinander, dann könnt ihr auch ein paar Fehler vermeiden. Denn nicht jede Erfahrung ist es wert, erlebt zu werden.

MM: Lieber Tobi, danke für deine Antworten! Wir wünschen dir alles Gute und weiterhin zahlreiche Abenteuer unter dem düsteren Dach des Ghulwalds.

März 2026

Wir möchten Euch heute die wunderbare Sandra Panienka vorstellen. Autorin des Urban Fantasy Romans: „Die Schöpfer der Zeit.“ Wir durften Sie bei ihrem Projekt mit einem Buchsatz und einem Cover begleiten.

Das besondere an Sandras Werk, ist dass Sie ihre Leser nach Deutschland entführt. Genauer: nach Heidelberg. Und da geht es ganz schön rund!

Schön, dass du dabei bist, Sandra!

Sandra: Es freut mich mega dabei sein und meine Erfahrungen teilen zu dürfen. Auch für mich war es eine tolle Zusammenarbeit und ich bin happy, dass „Die Schöpfer der Zeit“ erschienen ist. Und das tolle Cover von euch wird auch immer sehr gelobt. :O)

MM: Für welchen Dienstleister hast du dich beim Veröffentlichen deiner Bücher entschieden und warum?

Sandra: Ich habe mich nach viel Nachdenken für Amazon KDP entschieden. Ich hatte recht viel Zeit mit dem Warten auf Antworten von Literaturagenturen verbracht und empfand das äußerst mühsam. Der Gedanke, dass dann bei der Verlagssuche noch mehr Zeit drauf geht und von meinem Buch wohlmöglich in seinem Wesen und wie ich es Lesern und Leserinnen ans Herz legen will, nicht mehr viel übrig bleibt, hat mich dann letztlich zu meiner Entscheidung bewegt. Und bei Amazon finde ich es sehr angenehm, dass mein Buch von Amazon gedruckt und verschickt wird. Das System, das angeboten wird, ist gut navigierbar.

Auch, wenn Amazon keinen guten Ruf hat, so muss man doch sagen, dass sie einem kostenlos eine hochwertige Plattform bieten, auf einem hart umkämpften Markt, auf dem man sonst wenig Chancen hat.

MM: Welcher Aspekt am Selfpublishing gefällt dir als Autor am besten, welcher verlangt dir am meisten ab.

Sandra: Mir gefällt, dass ich für mich entscheiden kann wie und wann mein Buch veröffentlicht wird, mit welchem Cover und mit wem ich zusammenarbeite. Ich kann mir weitestgehend meinen eigenen Zeitplan setzen und meine Welt nach meinen Vorstellungen entwickeln und teilen. Es ist auch total spannend zu erleben, was den Lesern und Leserinnen gefallen hat, Feedback zu bekommen. Aus diesem Grund arbeite ich auch sehr gerne vorher schon mit Testlesen zusammen und weiß ein gutes Lektorat sehr zu schätzen. Aber ich kann die Zusammenarbeit wählen, entscheiden und das gefällt mir gut.

Herausfordernd war für mich das Mindset, in den Monaten kurz vor der Veröffentlichung, weil ich die Prozesse  alle noch nicht kannte und nicht einschätzen konnte wie lange etwas dauert. Ich habe ja alles zum ersten Mal gemacht. Diese Unsicherheit hat mich einiges an Energie gekostet. Amazon hat mich am Anfang durch seine Fehleranzeigen auch einiges an Nerven gekostet. Es war dann auch ein echt gutes Gefühl, als Amazon zufriedengestellt war. ;0)

Hinzukommend hat mich dann das Leben durch einen Todesfall in der Familie eingeholt. Da ist mir dann schon die Luft ausgegangen und ich musste mir sehr viel Zeit für mich selbst nehmen. Das hat sich dann mit dem Marketing überschnitten und ich musste dann doch alles entschleunigen und das Marketing zurückstellen.

Und Marketing ist wirklich noch mal eine Welt für sich die man nicht unterschätzen und früh genug beginnen sollte.

Es bleibt für mich immer noch eine Herausforderung mit den vorhandenen Marketing-Tools viele Leser und Leserinnen zu erreichen. Hier hat ein Verlag ganz andere Möglichkeiten. Bei Buchhandlungen hat man mit einem Amazon-Buch so gut wie keine Chance. Umso glücklicher war ich, dass die Buchhandlung Worring in Dossenheim das Buch auch gerne unterstützt hat.

Und jetzt stelle ich mich der Herausforderung Marketing Stück für Stück zu lernen.

Für Teil 2 hoffe ich, dass ich aus den jetzt gewonnen Erfahrungen noch mehr Leser und Leserinnen erreichen und in eine spannende Welt entführen darf. Ich garantiere Spannung pur und Gänsehautfaktor. ;O)

MM: „Die Schöpfer der Zeit“ war dein erstes Buch im Selfpublishing. Hast du vor weiterzuschreiben und auch weiterhin selbst zu veröffentlichen?

Sandra: Auf jeden Fall. „Die Schöpfer der Zeit“ werde ich als Trilogie komplett bei Amazon KDP veröffentlichen. Teil 2 überarbeite ich gerade und genieße es auch, dass ich die Geschichte wieder mit all dem Herzblut formen kann, das sie auch verdient hat.

MM: Haben deine Bücher deinen Alltag auch abseits des Schreibens geprägt, wenn ja wie?

Sandra: Nachdem Teil 1 erschienen ist, in den ich wirklich sehr viel Zeit und Herz hineingesteckt habe, bin ich auch ruhiger und entspannter geworden. Ich fühle mich gereifter und bin unheimlich stolz, weil ich ein Werk, in das ich über mehrere Jahre so viele Ideen reingesteckt habe, auch beendet habe und jetzt Neues vor mir liegt. Irgendwie war es dann doch wie eine Geburt. ;O) Das ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl.

Witzig finde ich es auch, wenn ich mit Kollegen und Kolleginnen beim Mittagessen sitze oder mit Freunden spreche und es fällt dann auch mal ein Witz zum Nachwaldschlächter, oder es werden die Namen der Charaktere genannt oder die Namen der Wesen, die ich mir ausgedacht habe. Dann denke ich mir immer: wow – das war mal viele Jahre lang alles nur in meinem Kopf.

MM: Welchen Ratschlag würdest du Autoren und Autorinnen mit auf den Weg geben, die ihre erste Veröffentlichung noch vor sich haben?

Sandra: Bleibt auf jeden Fall dran. Es gibt Phasen, da ist es einfacher und es gibt Phasen, da ist es zäh. Das Gefühl, das Buch in den Händen zu halten, das Wissen, diese Geschichte geschaffen und in die Welt gebracht zu haben, ist all die Mühe wert. Ich würde es immer wieder so machen.

Deswegen sucht euch Menschen, mit denen ihr gut zusammenarbeiten könnt. Meiroth Medien hat mir wirklich ein tolles Cover gezaubert. Von Ninas Erfahrung habe ich während der Veröffentlichung viel profitiert, weil ich immer eine Ansprechpartnerin hatte. Sucht euch auch gute Lektorinnen und Lektoren. Ich hatte gleich zwei und habe von beiden viel gelernt, weil sie sehr unterschiedliche Sichtweisen reingebracht haben.

Das Leben wird immer Herausforderungen mit ins Spiel bringen. Manchmal müsst ihr zwangsweise pausieren, aber verliert euren Traum nie aus dem Fokus.

Nach jedem Winter kommt ein Frühling und dann volle Kraft voraus in Richtung Veröffentlichung.


×